Einleitung
Hintergrund:
Die Idee und die Anwendung von entfesselt arbeitenden
Kompaktblitzgeräten (im folgenden Systemblitze genannt), gibt es wahrscheinlich schon so lange, wie es Blitzgeräte für Kameras gibt. Dabei sind Kamera und Blitz voneinander getrennt. Die Technik des entfesselten Blitzens hat aber seit April 2006 durch den Internet-Blog von David Hobby einen rasanten Aufschwung erfahren, da Hobby ganz neue Techniken, Möglichkeiten und Anwendungsgebiete vorstellt und erläutert. Leider ist der Blog in Englisch; eine deutsche Übersetzung gibt es nicht.
David Hobby, den meisten nur als »Strobist « bekannt, hat inzwischen sein Wissen auf ein käuflich zu erwerbendes, englischsprachiges DVD-Set aus 8 DVD´s gebracht. Außerdem leitet er mehrere Flickr-Gruppen zu dem Thema und gibt gelegentlich Seminare (hauptsächlich in den USA). Allein die englischsprachige Gruppe hat inzwischen mehr als 40.000 Mitglieder. Laut Hobby hat sein Blog inzwischen ca. 1,5 Millionen Besucher im Monat und mehr als zwei Millionen Fotografen aus aller Welt wenden seine Technik an. Tendenz steigend.
Die Entstehung beschreibt Hobby wie folgt: Als ehemaliger Fotojournalist für eine Zeitung war er es leid, immer nur typische, lichttechnisch unspektakuläre Zeitungsfotos zu fotografieren. Das waren meistens solche mit frontal eingesetzten Systemblitz. Er wollte vielmehr die
kreativen Einsatzmöglichkeiten von Blitzlicht auch im journalistischen Alltag, in spontan, nicht planbaren Situationen einsetzen können. Dazu sollte die Ausrüstung mobil (also leicht) bleiben und für alle Situationen einsetzbar sein.
So entwickelte er im Laufe der Zeit schließlich eine Technik, die im Prinzip eine Weiterentwicklung des bis dahin geltenden Verständnisses des entfesselten Blitzens ist.
Mein Leitfaden
Mir geht es letztendlich darum das Konzept dieser Technik zu erläutern und mit eigenen Ideen und Beispielen praxisnah zu vermitteln. Um eine Abgrenzung zu anderen Techniken zu bekommen, soll daher im folgenden diese Technik als »Fritzen« bezeichnet werden (für Freies Blitzen).
Vereinfachend kann man das Fritzen als Zwischending zwischen dem herkömmlich entfesseltem Blitzen und dem Einsatz einer Studioblitzanlage verstehen. Allerdings wird es um einige Möglichkeiten erweitert, die mit keiner der beiden anderen Techniken möglich sind, wie z.B. Serienblitzen in Sporthallen.